E-Commerce: Immer wieder neue Entwicklungen!

Der E-Commerce unterliegt derzeit einem besonders großen Wandel. Verschiedene Trends zeichnen sich dabei als wichtig ab. Deshalb sollte man sie im Auge behalten, um weiterhin erfolgreich am Markt mitzumischen. Einige stelle ich hier vor und erläutere sie kurz.

Amazons Alexa Commerce:

Mit diesem Sprachassistenten kann über Lieferando Pizza bestellt, mit Allyouneed Fresh können Einkaufslisten erstellt werden. Darüber hinaus ruft man mit Mytaxi eine Taxe oder fragt bei DHL/DPD bezüglich eines erwarteten Pakets nach. Mittlerweile ist auch Real bei Alexa eingestiegen. Schließlich informiert Real-Skill über Angebote und liest das Rezept der Woche vor usw. Demnächst soll auch eine Bestellfunktion angeboten werden.

Content Commerce:

Die Verbindung von redaktionellem Content und Verkaufsstrategie kann sehr gut funktionieren. Dadurch verzeichnen die Hälfte der Unternehmen, die bereits mit Content Commerce gestartet haben, höhere Umsatzzahlen. Damit diese Strategie allerdings funktioniert und erfolgreich ist, muss besonders hochwertiger Content vorhanden sein. Demzufolge muss dieser für die Zielgruppe interessant und wichtig sein.

Inspirational Commerce:

Besonders die Modebranche ist bemüht, Besucher mit stil- und stimmungsvollen Lifestyle-Bildern und hochwertig erstellten Lookbooks in Kauflaune zu versetzen. Nun aber wird die Möglichkeit zum Kauf integriert. Demzufolge ist Trennung zwischen Inspiration und Vertrieb Geschichte. Insbesondere wegen dieser Entwicklung kann man auf Instagram seit der Einführung des „Shop now“-Buttons ­Ende letzten Jahres Produkte sogar direkt in der Social-Media-Plattform kaufen.

Personalized Commerce:

Während der letzten zwei Jahre ist Personalisierung das große Thema im E-Commerce. Mitttlerweile setzt nach About You auch Zalando auf das Thema. Infolgedessen öffnet das Unternehmen seine App für externe Anbieter. Deren Services sollen das Zalando-Sortiment sinnvoll und individuell kuratieren. Wie wird es weitergehen? Zurzeit gibt es zwar viele interessante Ansätze, aber so richtig rund funktioniert es noch bei keinem Player.

Influencer Commerce:

Amazon ist so schnell, was den Preis oder die Verfügbarkeit ­betrifft, kaum zu überholen. Möglicherweise aber über das Einkaufserlebnis. Aus dem Grund versucht About You auf unterschiedliche Art und Weise, seinen Kunden ein attraktives Shopping-Gefühl zu geben. So setzt die Otto-Tochter sehr auf Influencer. Diese werden auch für Kampagnen genutzt oder auch auf Markenbildungs-Events wie den About You Awards in Szene gesetzt.

Chatbot Commerce:

Facebook ließ vor einem Jahr Chatbots für seinen Messenger zu. Seitdem boomt diese Technologie. Über 100.000 Bots wurden ­bereits für den Messenger gebaut. E-Commerce-Unternehmen erhoffen sich von Chatbots eine Menge. Erfolgreich umgesetzt hat das im letzten Jahr die US-Kosmetikmarke Sephora mit einem Chatbot. Er empfiehlt Usern nicht nur die passende Kosmetiklinie für ihren jeweiligen Hauttyp, sondern verkauft ihnen darüber hinaus die Produkte direkt. Das über eine spezielle Shopping-Funktion. Mittlerweile arbeitet auch Zalando an einer solchen Funktion. Sie besteht aus Beratung, Auswahl und ­Bezahlung.

Video Commerce:

Bewegte Bilder vergrößern die Aufmerksamkeit der Nutzer. Das ist nichts Neues. Allerdings ist der Verkauf direkt aus Werbe­videos heraus immer unterrepräsentiert. User sehen sich (Werbe-)-Videos gerne an. Allerdings verlassen sie diese oft schnell wieder. Der Sportschuh-Hersteller Nike probierte es mit einer neuen Variante. Er produzierte die Web­Video-Serie „Margot vs. Lily“. Dort zeigte Nike selbstironisch und witzig Eigenheiten sportbegeisterter Frauen. Die Produkte, die die Charaktere in der Serie trugen, konnten per Link direkt gekauft werden.

Welche dieser Entwicklungen werden in Zukunft eine Rolle spielen?

Welche Trends sich letztlich im E-Commerce durchsetzen und welche noch hinzukommen werden, bleibt abzuwarten. Aber es kann ja keinesfalls schaden, Trends rechtzeitig zu erkennen und sich auf Veränderungen frühzeitig einzustellen. Es ist immer unabdingbar darauf zu achten, was die Märkte bewegt und was sich Kunden wünschen, um am Markt erfolgreich bestehen zu können.

Quelle: INTERNET WORLD BUSINESS 11/17