Worüber schreibt eigentlich eine Texterin?

Ich werde häufiger gefragt, worüber ich als Texterin „denn so alles schreibe“, worüber ich gerne und worüber ich nicht schreiben würde. Mit diesen Fragen befasse ich mich in dem heutigen Blog-Beitrag. Natürlich habe ich bestimmte Themengebiete, die mich begeistern oder die ich wichtig finde. Das sind Themen, die mich selbst sehr interessieren und die ich ganz subjektiv erzählenswert finde. Es sind auch solche, über die ich etwas weiß bzw. die ich gerne anderen näherbringen möchte. Da kommt auch so einiges zusammen: Geschichte, Kunstgeschichte, Literatur, Architektur, Design, Kultur, Fotografie u. v. m.

Die Realität einer Texterin.

Allerdings schaut meine reale Welt als Texterin so nicht aus. Das sehe ich allerdings überhaupt nicht negativ oder als Nachteil. Für einen Auftrag über (nahezu) Unbekanntes zu schreiben, ist in den meisten Fällen ungeheuer reizvoll. Außerdem ist es interessant und spannend und ich lerne etwas dazu! Aufträge zu Themen, über die ich nie schreiben würde, sind mir erfreulicherweise noch nicht angeboten worden.

Als Texterin veröffentliche ich nicht immer unter meinem Namen, sondern bin in vielen Fällen als Auftragsschreiberin tätig. Das heißt, ich schreibe im Namen und Auftrag einer anderen Person. Das kann daran liegen, weil diese z. B. dazu keine Zeit hat oder ihm / ihr das Schreiben nicht so liegt. Dass mein Name nicht erscheint, ist mir nicht so wichtig. Für mich ist das Schreiben selbst bedeutend und die Tatsache, dass mein Auftraggeber mit meiner Arbeit zufrieden ist.

Es gibt unterschiedliche Arbeitsweisen unter „Textern“.

Ich habe gerade ein Interview mit Paul Auster gelesen, dem es gelingt, in einem fensterlosen, dunklen Raum (vom Fragesteller als „Kabuff“ bezeichnet) zu arbeiten. Er schafft es, im Souterrain seines Hauses, welches über vier Ebenen verfügt, großartige Bücher zu schreiben. Dies tut er auf seiner Olympia-Schreibmaschine, die er 1974 für 40 Dollar gekauft hat. Möglicherweise lenkt ihn dort nichts ab. Ich weiß es nicht, denn ich habe ihn leider nie getroffen. Ob seine Frau Siri Hustvedt sich ein helleres Plätzchen zum Schreiben ausgesucht hat, entzieht sich bedauerlicherweise auch meiner Kenntnis.

Ich liebe es, als Texterin an einem hellen Platz mit einem schönen Blick ins Grüne zu arbeiten. Das an einem Computer bzw. meinem MacBook, das ich bei schönem Wetter auch gerne auf den Balkon mitnehme. Die Gefahr, abgelenkt zu werden bzw. sich ablenken zu lassen besteht natürlich immer, wenn man von seinem Zuhause aus arbeitet.

Wie geht ein Texter/eine Texterin vor?

Da es meine Kunden nicht interessiert, wo, sondern dass ich arbeite, geht es bei Annahme eines Auftrags erst einmal an die Recherche. Danach erfolgt ein Textentwurf. Dabei kann eine Recherche durchaus Zeit kosten, aber sie ist selbstredend absolut notwendig. Die eigentliche Texterstellung unterliegt natürlich auch bestimmten Kriterien und speziellen Anforderungen. Insbesondere sind das Lesbarkeit, Struktur, guter Content natürlich, alles SEO optimiert, korrekt, fehlerlos, spannend, unterhaltsam, seriös … usw.

Sich auf Neues einlassen!

Ich möchte heute nur ein Beispiel für meine Tätigkeit als Texterin nennen. Es verdeutlicht, warum mich das Schreiben als solches so begeistert und fasziniert. Einer meiner Auftraggeber, das Unternehmen Pascuali, hat einen großen Online-Handel für Garne. Nun muss man nicht stricken können, um über Wolle / Garne, Strick-Designs, Strickzubehör, Workshops, Strickkurse und ähnliches mehr zu schreiben oder für den Social Media oder Blog verantwortlich zu sein. Aber man muss sich natürlich mit der Thematik „Stricken“ auseinandersetzen. Und ich muss sagen, dass ich, die ich sogar für das Annähen eines Knopfes eine kleine Änderungsschneiderei bemühe, mich von der „Wollwelt“ habe begeistern lassen.

Immer wissbegierig bleiben: Es lohnt sich!

Während meiner Kindheit waren selbstgestrickte Wollpullover für mich das Letzte, weil sie immer kratzten. Auch meine Mutter liebte sie nicht sehr, weil sie beim Waschen dummerweise so häufig einliefen. Jetzt finde ich nicht nur als Texterin die Philosophie und Bandbreite von Garnen, die mein Kunde anbietet, ganz einfach großartig. Das zum einen, weil die Firma auf Nachhaltigkeit setzt und auch auf artgerechte Tierhaltung achtet. Zum anderen, weil die Firma Pascuali so viele wunderbare, besondere und seltene Garne im Sortiment hat. Designer/innen und Stricker/innen setzen die Garne dann in wirklich tolle Strickteile um.

Ein Studium der Geschichtswissenschaft kann nie schaden!

Für mich als Historikerin war u. a. auch die Geschichte des Strickens interessant. Wusstet ihr, dass das Stricken einst Männersache war und im Gegensatz zu anderen Handarbeiten wie z.B. dem Weben viel jünger ist? Dass es Garne aus dem Grundstoff Bambus oder Mais, sogar aus Kork gibt? Welche Tiere Wolle liefern, wie z.B. der Yak, der Moschusochse, das Bison, das Guanako, das Vikunja. Darüber hinaus, dass das Garn des letztgenannten 900 € pro 100 g kostet? Gerade in einer mehr und mehr technisierten Welt, in der viele Menschen auch weniger Spaß an industriell gefertigter Massenware haben, setzen viele Menschen mit Selbstgestricktem einen Kontrapunkt. Sie stellen Kreativität, Individualität und das Unverwechselbare in den Vordergrund und das finde ich sehr spannend und wichtig.

Fazit:

Und was zeigt die Beschäftigung mit dem Thema „Stricken“ jetzt? Dass ich durch meine Arbeit als Texterin mal wieder eine Menge dazugelernt habe, ich weiß, welch wunderbare und auch entspannende Beschäftigung das Stricken ist, dass ich sehr gerne über das Thema schreibe, es aber sehr unwahrscheinlich ist, dass aus mir einmal eine Strickerin wird!

Wer Näheres über das Unternehmen Pascuali wissen möchte, hier die Seite: www.pascuali.de