Smart Cities, die intelligent vernetzten Städte.

Die Zukunft des Wohnens hat längst begonnen. Überall auf der Welt wird an Konzeptionen der Vernetzung sämtlicher Infrastrukturen gearbeitet. Smart Cities sollen das Leben der Bewohner bequemer, sicherer und energieeffizienter machen. Deutschland ist dabei nicht führend.

Wie sehen Smart Cities aus?

Smart Cities sind die leisen, sauberen und grünen Städte der Zukunft. Demzufolge fahren dort Autos, die vor einer Schule selbständig das Tempo drosseln. In Häusern stimmen Uhren die Raumtemperaturen per Sensor auf den Alltagsrhythmus der Bewohner ab. Menschen lassen sich per App das passende E-Verkehrsmittel für den schnellsten, sichersten oder CO2-ärmsten Weg zur Arbeit anzeigen. Bisher klingt das noch wie eine Utopie.

Ein riesiger Markt entsteht.

Allerdings entstehen in Asien bereits hochtechnologisierte Planstädte. In Europa dagegen arbeitet man eher daran, digitale Abläufe und Produkte in Verwaltung und öffentliches Leben zu integrieren. So wird an einer „Smart City Charta für Deutschland“ gearbeitet. Auf kommunaler Ebene versucht man ebenfalls Visionen in die Realität umzusetzen. Amsterdam, Kopenhagen und Wien haben sich mittlerweile übergreifende Smart-City-Strategien verpasst.

Urbane Gebiete gelten als eine der Hauptquellen für Treibhausgase.

Es vor allem darum, in den Bereichen Verkehr, Energie und Datenmanagement, Daten mit Technologien zu verbinden. In Smart Cities soll in die Öffentlichkeit hineingewirkt, darüber hinaus soll das Leben für die Bewohner erleichtert werden. Dies, weil Städte die größten Verbraucher von Ressourcen sind. Städte benötigen 70 % des weltweiten Energieverbrauchs, obwohl sie nur 3 % der Landmasse einnehmen.

Wohin geht die Entwicklung?

Es wird im Folgenden um Navigationssysteme gehen, die zum Beispiel Sehbehinderten innerhalb von Bahnhöfen, Einkaufszentren und Behörden bei der Orientierung helfen. Systeme, um einen Termin bei einer Behörde zu bekommen, um sich umzumelden oder einen Pass zu beantragen. Das alles unter der Prämisse einer bürgerfreundlichen digitalen Verwaltung. E-Mobilitäts-Projekte können beispielsweise auch Carsharing-Modelle sein, das Optimieren bestimmter Wegstrecken oder neue Liefersysteme. Mit einer Digitalisierung können sich Straßenlampen erhellen, wenn ein Radfahrer kommt, Ampeln wissen, wann sich Busse nähern, und Lastwagen erhalten längere Grünphasen usw.

Die Einbeziehung der Bewohner.

Über ein Internetportal sollen Bürger Projekte für ihren Stadtteil vorschlagen können, für die es ihrer Ansicht nach Geld geben sollte. Unter anderem daraus entwickelt die Verwaltung dann eine Bestenliste, über die Haushaltspolitiker abstimmen. Bei der Umsetzung hapert das noch häufig, denn in Sachen Digitalisierung fehlen in den Kommunen oft klare Ziele und integrierte Konzepte. Hinzu kommt, dass in Deutschland Bürger tendenziell Behörden und Politikern misstrauen, wenn es um persönliche Daten geht. Dass Konzerne wie Facebook und Google diese Daten längst besitzen, wird oft weniger registriert. Auch Volkszählungen stehen bei der Bevölkerung in keiner hohen Gunst. Dabei wären es im digitalen Wandel gerade die Kommunen, die das zentrale Steuerelement und die Hoheit über Daten besitzen müssten.

Als smarteste Städte der Welt gelten:

  1. Wien
  2. Chicago
  3. Singapur
  4. London
  5. Santander
  6. New York
  7. Paramatta
  8. Seoul
  9. Barcelona
  10. Denver

(Quelle: Roland Berger)

Woran hapert es in Deutschland am meisten?

Als Haupthindernis gilt in Deutschland nicht nur der strenge Datenschutz, sondern besonders auch die vielerorts fehlenden öffentlichen Wi-Fi-Netze oder ein Breitband-Mobilfunknetz.