Immer wieder neue Anglizismen in der digitalen Welt: Neue Buzzwords.

Als Texterin erstelle ich auch Blogbeiträge über Online Marketing und Werbung. Diese Bereiche unterliegen ständig Veränderungen und Weiterentwicklungen. Infolgedessen entstehen immer neue Schlagworte, auch Buzzwords genannt. Diese können durchaus das Potenzial haben können, sich inhaltlich durchzusetzen. Demzufolge möchte ich ein paar dieser englischen Wortschöpfungen heute vorstellen.

Das sind neue Buzzwords im E-Commerce:

Blockchain

Hier geht es um einen digitalen Prozess, bei dem Transaktionen zwischen zwei oder mehr Parteien dezentral auf verschiedenen Servern protokolliert werden. Bei den Transaktionen kann es sich um Geldtransfers, Rechte usw. handeln. Da jede Veränderung an den Daten protokolliert wird, können die Transaktionen transparent und fälschungssicher abgewickelt werden. Drittinstanzen wie Banken oder Schiedsstellen werden obsolet. Die Blockchain-Teilnehmer kommunizieren direkt miteinander. Interessant ist Blockchain für alle, denn diese Technologie wird in einigen Jahren möglicherweise Standard werden. Die Idee hinter Blockchain ist es, Vermittler überflüssig zu machen, die bei vielen Transaktionen und Prozessen als vertrauenswürdige Instanz zwischengeschaltet sind, aber auch Gebühren kosten. Das können z.B. Notare und Anwälte sein.

Instant Payment

Dabei handelt es sich um einen Bezahlvorgang in Echtzeit. Dies unabhängig von Banköffnungszeiten, rund um die Uhr, in maximal zehn Sekunden. Solch ein Bezahlvorgang ist interessant für Online-Shop-Betreiber, Multichannel- und B2B-Händler, die eine schnelle und sichere Zahlart anbieten möchten. Auch für Einzelhändler, bei denen Instant Payment das im Handling oft teure Bargeld ersetzen kann. Für den digitalen Handel hat Instant Payment Vorteile: Die Zahlung wird unmittelbar ausgeführt wird, Zahlungsverzögerungen durch Wochenenden oder Feiertage entfallen. Die Zahlung kann nicht widerrufen werden, Händler haben damit eine große Zahlungssicherheit.

Conversational Commerce:

Hier werden Spracherkennungssysteme und Chatbots Kundenkontakt und -ansprache nachhaltig verändern. Der Online-Handel kommuniziert mithilfe von Spracherkennung, Chatbots und Messenger-Diensten schneller mit Kunden. Diese schalten sich zur Beratung oder Serviceanfragen ein, helfen bei der Suche nach Waren und sorgen für persönlichen Kontakt. Das ist wichtig für Händler, Markenhersteller und ihre Kunden sowie E-Commerce-Dienstleister. Die Services ermöglichen ein vermeintlich persönliches Gespräch. Das zieht Kunden an und hilft, sie langfristig zu binden.

Outstream-Werbung:

Ein Outstream-Video ist Bewegtbild-Werbung, die im redaktionellen Umfeld erscheint. Die Werbung erscheint beim Scrollen in einem Text zwischen zwei Absätzen. Verschwindet das Video aus dem sichtbaren Bereich, stoppt es automatisch. Das könnte für Publisher und Seitenbetreiber, die selbst keinen oder nur wenig Video-Content auf der eigenen Plattform haben, interessant sein. Werbung vor Videos nervt User häufig. Nutzer meiden Instream-Werbung, indem sie den Ton abschalten oder eine andere Webseite aufrufen. Ein User hat die Wahl, mit der Bewegtbild-Werbung zu interagieren, wenn sie ihn interessiert. Der Werbungtreibende zahlt nur, wenn das Video komplett angesehen wurde.

Proximity Marketing:

Hiermit können Menschen durch unterschiedliche Übertragungstechnologien auf ihrem mobilen Gerät werblich angesprochen werden. Das ist u.a. interessant für Unternehmen, die Kunden gezielt in stationäre Geschäfte bringen möchten. Auch für Werbungtreibende, die potenzielle Kunden an bestimmten Orten erreichen wollen.

Weitere Schlagwörter sind:

Hyperlokalität bedeutet, dass alle Geräte und Objekte digital verlinkt und örtlich lokalisierbar sind. Das ist nicht uninteressant für Ladengeschäfte und Dienstleister mit örtlichen Niederlassungen, die für ihre Unternehmen mithilfe von Google Maps oder mit Suchmaschinenmarketing werben möchten.

Server-to-Server-Integration: Im Adtech-Kontext beschreibt das die direkte Verbindung zwischen zwei Werbesystemen. Es lohnt sich für Publisher, die sich mit Header Bidding auseinandersetzen sowie für Anbieter von digitalen Werbetechnologien.

Holistic Yield Management bedeutet in der digitalen Werbewelt, direkt und automatisiert verkaufte Werbeplätze so auszusteuern, dass der Werbeumsatz des gesamten Inventars steigt. Lohnend z.B. für Vermarkter und Publisher, die digitale Werbeplätze verkaufen und sich mit automatisiertem digitalem Anzeigenverkauf auseinandersetzen.

Programmatic Creativity:

Dabei soll mehr Kreativität in die Werbemittelgestaltung für die automatisierte Werbeauslieferung gebracht werden. Zielgruppen sollen auf sie zugeschnittene Varianten einer Kampagne sehen, z.B. durch spezielle Daten wie Alter, Geschlecht, Aufenthaltsort der User, Wetterdaten, die Tageszeit oder das verwendete Gerät. Interessieren könnte das Werbungtreibende und Marken, die Programmatic für Performance- und auch für Branding-Zwecke einsetzen wollen sowie für Kreativagenturen.

Agiles Marketing:

Hier wird sehr schnell auf äußere Einflüsse und Veränderungen im Kundenverhalten reagiert. Kleine vernetzte Teams arbeiten ständig an neuen Lösungen. Dabei wird jeder Schritt einer Effizienzkontrolle unterzogen. Interessant ist Agiles Marketing für diejenigen, die mit ihren Marketingmaßnahmen nah am Verbraucher sein wollen. Sie wollen in ihren Entscheidungen letztlich richtigliegen, denn die Verbraucher werden immer sprunghafter und somit unberechenbarer.

Live Content :

Darunter ist zu verstehen, dass Unternehmen ihre Social-Media-Kanäle oder ihre Webseite nutzen, um Ereignisse live zu übertragen. Das können Veranstaltungen sein, eigene Events, Kampagnen oder auch Produktvorstellungen. Der Kampf um die Aufmerksamkeit der User wird härter. Es wird immer wichtiger, sich mit seinen Marketingmaßnahmen von seinen Mitbewerbern zu unterscheiden und ein eigenes Profil zu entwickeln.

Inbound Marketing:

Hierbei werden Verbraucher mit für sie relevanten Inhalten angesprochen, anstatt mit Werbebotschaften. Ziel ist, dass der potenzielle Kunde scheinbar ungezwungen und wie von allein auf ein Unternehmen/ eine Marke stößt und sich für deren Produkte interessiert. Inbound Marketing kommt allerdings nur für Unternehmen infrage, die den Aufwand nicht scheuen, alle wichtigen digitalen Kanäle zu nutzen, denn eine Grundvoraussetzung ist, dass die Inhalte über viele Wege verbreitet werden.

Werden sich diese Buzzwords durchsetzen?

Abzuwarten ist, welche dieser Buzzwords sich dauerhaft durchsetzen werden oder eben nicht. Es bleibt also spannend!

Quellennachweis: INTERNET WORLD BUSINESS, Ausgabe 1/17