Bücher: Warum ich gerne und viel lese!

Es gibt viele Süchte. Nicht nur meines Erachtens gehört dazu auch die Sucht nach Büchern, wobei diese noch nicht einmal ungesund ist. Im Gegenteil! Denn es gibt viele Gründe, die für das Lesen sprechen: Bücher sollen das Gehirn jung und leistungsfähig halten. Sie sollen entspannen und Stress reduzieren. Lektüre soll sogar die Allgemeinbildung erweitern. Mit dem Lesen von Büchern soll der Wortschatz wachsen, das Lesen soll zu besserem Schreiben führen, das Gedächtnis verbessern. Außerdem die Aufmerksamkeit, Konzentration und Kreativität fördern. Darüber hinaus liefert das Lesen ganz einfach nur gute Unterhaltung, wobei Kriminalromane überdies analytische Fähigkeiten stärken können. Was wirklich zutrifft, mag jeder für sich entscheiden.

Wie sieht ein „Bücher-Junkie“ aus?

Für mich gehören Bücher zu meinem Leben dazu. Das ist offenbar bei vielen Menschen der Fall, die mit Hingabe lesen. Infolgedessen ist eine wie immer geartete Lektüre ein fester Bestandteil in meinem Tagesablauf. Deshalb fügt sie sich ein zwischen Frühstück und Abendessen, zwischen Aufstehen und ins Bett gehen. Manche Leser, so auch ich, machen ohne ein Buch keinen Schritt aus dem Haus. Warum? Lesen lenkt ab, ich genieße es, ich entfliehe dem Alltagstrott. Zudem erschaffe ich in meinem Kopf Welten, die nur mir selbst gehören und die ich mit niemanden teilen muss.  Zudem kann ich sozusagen mit offenen Augen träumen. Daran hat auch meine zweite kleine „Sucht“, das Internet in Gestalt meines iPhones bzw. meines MacBooks nichts geändert. Und im Fernsehen interessieren mich auch nicht gar so viele Sendungen.

Warum lese ich so gerne?

Ich lese aus vielerlei Gründen und je nach Stimmung, so auch, um mich zu entspannen, sehr gerne mal einen Kriminalroman. Das auch auf meinem Kindle. An ihm schätze ich besonders, dass ich mit dem integrierten punktgenauen Licht besonders abends gut lesen kann und dass es auf Reisen weniger Platz benötigt als die vielen Bücher, die ich früher immer mitgeschleppt habe.

Doch viel lieber lese ich in „richtigen“ Büchern, wobei mir relativ egal ist, ob es sich um sich um gebundene Ausgaben oder um Taschenbücher handelt. Leider bin ich (so viel noch einmal zum Thema Sucht) oft so versessen auf eine Neuerscheinung, dass ich nicht bis zu einer späteren Taschenbuchausgabe warten mag.

Es gibt viele Lieblingsbücher, je nach Lust und Laune!

Ich möchte heute und auch in Zukunft gerne Bücher vorstellen, die ich gelesen habe, zurzeit lese und auch wieder gelesen habe. Es ist nur eine kleine Auswahl, weil meine Leidenschaft für gute Geschichten sonst den Rahmen dieses Blogs sprengen würde. Aber vielleicht ist ja für jemanden von euch etwas Lesenswertes dabei!

Buchvorstellungen, ganz subjektiv!

John Williams, Stoner

John Williams schrieb zeit seines Lebens nur fünf Bücher, von dem das letzte unvollendet blieb. Sein dritter Roman „Stoner“ (1965) ist einer der großen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur. In ihm wird das Leben eines Mannes erzählt, der, geboren als Sohn armer Farmer, seine Leidenschaft für die Literatur entdeckt und Professor für Englische Literatur an der University of Missouri wird. Obwohl es die Geschichte eines genügsamen Lebens ist, das wenig Spuren hinterlässt und das ohne große Höhen und Tiefen verläuft, nahm es mich von der ersten Zeile an bis zum Schluss gefangen. Ich habe es gerade wieder gelesen.

Dmitrij Kapitelman, Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters

Hier möchte ich mich der Einschätzung von Lily Brett anschließen, die über das Buch geschrieben hat: „Der schmerzliche und unheimlich komische Versuch, einen Vater zu verstehen, der nirgends richtig hingehört.“ Im Roman wird die Reise von Dmitrij Kapitelman und seinem Vater nach Israel geschildert. Der ist in Deutschland so wenig heimisch wie zuvor in der Ukraine. Sein Sohn meint nun, dass der Vater ja möglicherweise im Heiligen Land Klarheit über seine jüdische Identität finden könne und er selbst auch. Der Roman ist nicht nur eine liebevolle Annäherung eines Sohnes an den Vater, sondern auch die Schilderung einer Identitätssuche, eine tiefgründige, witzige und sehr unterhaltsame Erzählung über Heimat, Fremde und Liebe.

Was kommt als nächstes?

Beim nächsten Mal geht es um die beiden bisher erschienenen Bücher von Elena Ferrante, „Meine geniale Freundin“ und „Die Geschichte eines neuen Namens“, die ich kaum aus der Hand legen konnte, weswegen ich sehnsüchtig Band 3 und 4 erwarte. Dann um ein unter die Haut gehendes Buch von Deborah Feldmann, Unorthodox und einige Bücher von Siri Hustvedt und Paul Auster. Sein letztes Buch 4 3 2 1 ist in meinen Augen ganz einfach wunderbar und trotz vielleicht erstmal abschreckender knapp 1300 Seiten absolut lesenswert.