Leidenschaft für Bücher: Warum ich es liebe zu lesen!

Zum Thema Süchte habe ich bereits geschrieben. Genauer gesagt zur meiner ganz speziellen Sucht, der nach Büchern! Ebenfalls darüber, warum Lesen als gesund, stressabbauend und wohltuend gilt. Allerdings gibt es bei den Abermillionen Menschen auf der Welt sicherlich höchst unterschiedliche Gründe sich damit zu beschäftigen. Heute möchte ich kurz zwei Bücher vorstellen, die mich ungemein gefesselt haben. Daher mochte ich beide kaum aus der Hand legen. Es geht um die beiden bisher erschienenen Bände von Elena Ferrante. „Meine geniale Freundin“ und „Die Geschichte eines neuen Namens“.

Das Geheimnis der Autorin.

Die Bestsellerautorin war immer bemüht, ihre Identität geheim gehalten. Diese wurde nun von einem investigativen Journalisten vor einiger Zeit offengelegt. Dies mit Methoden, als ginge es um eine Kriminelle. Für mich ist das anmaßend und gänzlich überflüssig. Denn, was immer Elena Ferrante auch bewogen hat, ihre wahre Identität zu verheimlichen, ist es, meiner Meinung nach, ihr gutes Recht das zu tun. Und das sollte man respektieren. Schlussendlich ändert es nichts an der herausragenden Qualität ihrer Veröffentlichungen.

Worum geht es eigentlich?

In der auf vier Bände ausgelegten Geschichte geht es um zwei sehr unterschiedliche, aber dennoch unzertrennliche Mädchen, Lila und Elena. Freundinnen bleiben sie, bis eine von ihnen plötzlich verschwindet und die andere auf die letzten sechs Jahrzehnte zurückblickt. Dabei versucht sie hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.

Allein die Beschreibung ihrer Lebenswelt ist großartig. Es ist ein Dasein im armen, so ganz und gar nicht folkloristischen Neapel der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Dieses Leben mit all den differenziert und treffend beschriebenen Menschen, die dort leben, ist realistisch, aber auch einfühlsam und packend formuliert. Es ist eine komplizierte Freundschaft. Zum einen eine Mischung aus großer Zuneigung und Innigkeit, zum anderen aber auch aus Rivalität und Neid. Es ist ein immer wiederkehrendes Wetteifern miteinander. Diese Gegensätze prägen die Beziehung der beiden Mädchen und später Frauen zueinander. Elena stellt sich dabei immer wieder eine Frage: Ob nicht eigentlich ihrer Freundin der von ihr eingeschlagene Weg zugestanden hätte.

Ihre Wege trennen sich, die eine verlässt Neapel nie. Die andere studiert und wird Schriftstellerin. Dennoch bleiben sich beide Protagonistinnen ein Leben lang nahe. Es sind zwei Leben, die unterschiedlicher nicht verlaufen könnten. Sie sind jedoch immer geprägt durch die Charaktere der beiden Frauen. Beide beharren darauf ihr Leben selbst zu bestimmen. Das ziehen sie durch. Auch wenn sie dafür oft einen hohen Preis zahlen müssen durch die Zumutungen der von Männern geprägten und dominierten Lebenswelt.

Wie sind die bisher erschienenen Romane zu beurteilen?

Die Romane sind wunderbar lebendig, spannend, liebevoll-detailliert, feinfühlig und authentisch geschrieben Demzufolge wartet man gespannt und voller Ungeduld auf Band 3 und 4 dieser Geschichte. In den Romanen wird man Zeuge einer ganz besonderen Freundschaft. Diese währt ein Leben lang, trotz völlig unterschiedlicher Werdegänge. Die beiden Bücher sind des Lesens absolut wert!

Elena Ferrante, Meine geniale Freundin, Band 1 der Neapolitanischen Saga, Berlin 2016

Elena Ferrante, Die Geschichte eines neuen Namens, Band 2 der Neapolitanischen Saga, Berlin 2017